5. Januar 2025
Nachts stürmt es, nachts regnet es. Morgens nieselt es und frisch ist es auch. Aber: die Klimaanlagen können auch heizen ... Und ganz hervorragend unsere Wäsche trocknen. Nicole schmökert sich weiter fest, in einem Krimi, den sie in der Vila Clementina im Regal gefunden hat. Louisa und Gerald lernen Mathe. Kilian chillt. Allerdings müssen wir noch einmal nach Funchal zu unserer ersten Unterkunft: Kilian hatte sein Original-Apple-Kabel dort vergessen, Vermieter Pedro hatte schon am Freitag zugesagt, es im zugänglichen Briefkasten zu deponieren. Doch als wir am frühen Nachmittag dort ankommen - ein leerer Briefkasten. Pedro bedauert, dass das Kabel noch nicht drin liegt, verspricht aber zu schauen...
Was nun? Mit dem Mietwagen in den Innenstadt muss nicht sein. Gerald würde gerne einen Berg hoch, Nicole erinnert sich, dass ihr mal das "Forest Café" vorgeschlagen wurde, das liegt noch oberhalb vom Stadtteilt Monte. Viele Regenbogen begleiten uns auf dem Weg, jeder wird inzwischen frenetisch gefeiert. Das Navigationssystem Nicole hat wieder Tücken, Kilian nimmt sich vergnügt die Kopfhörer aus dem Ohr, "diese Comedy will ich doch nicht verpassen". Und es geht steile Wege nach oben, erst war es trocken, dann nieselt es, schließlich Graupel. Wir witzeln schon, ob es da wirklich ein Café gibt - aber tatsächlich. Im strömenden kühlen Regen bei 6 Grad wartet auf uns eine gemütliche Holzhütte mit leckeren Burgern.
Und wo wir schonmal da sind, würde Gerald gerne wissen, ob der Pico do Arieiro, gut 1800 Meter hoch, eventuell über den Wolken liegt ... Wir fahren also nochmal einige gute Kilometer bergauf, durch immer dichteren Nebel und Dunst, das Thermometer zeigt irgendwann nur noch 2 Grad an. Aber, erstaunlich, auf dem Parkplatz unterhalb von Café und Gipfel stehen an die zehn Autos. Gerald und Kilian huschen kurz zum Gipfel und sichten sogar Wanderer. Louisa und Nicole ziehen das warme Auto vor ... Auf dem Weg nach unten reißt der Himmel wieder auf.
Ein wichtiger Programmpunkt: Shopping Madeira, eine große Einkaufsmall. Louisa ersteht einen schicken BH und ein Oberteil, vorher haben wir vom Parkdeck aus einen sagenhaften Sonnenuntergang gesehen. Im Supermarkt bringt uns eine hilfsbereite Portugiesin bis direkt zum Eierregal (das allerdings leer gekauft ist), weil sie findet, dass ihr Englisch viel zu schlecht für eine Wegerklärung ist (was nicht stimmt). Und, nach mehrfachen Nachfragen, schreibt Pedro, dass sein Vater das Kabel deponiert habe. Wir fahren also nochmal zu unserer ersten Unterkunft - und tatsächlich! Das Kabel liegt bereit.
Gegen 21 Uhr sind wir zurück. Und was sollen wir sagen: Ganz leichter Niesel ....
6. Januar 2025
Ein kühler, nieseliger Vormittag. Ideal um Mathe zu lernen, einen Krimi fertig zu lesen, Kaffee zu trinken. Aber dann ... Hat die Reiseleitung die Faxen dick. Nicht nur, dass man sich seit dem 1. Januar für fast alle Wanderwege vorab digital registrieren muss und pro Person über 12 Jahren 4,5 Euro zahlen - es sind auch noch fast alle Wege in der näheren Umgebung gesperrt, wegen Waldbrandschäden, Sturmschäden und überhaupt. Und auf diese Wetterapp ist ja irgendwie auch kein Verlass. Also: Einen Wanderweg tief im Südwesten aussuchen, den man nicht buchen kann oder muss. Und auf gut Glück nach Ponta do Pargo fahren, den westlichsten Ort der Insel.
Und: Es gibt blauen Himmel! Sonnenschein! Dazu zwar eine steife Brise, aber da sind wir unkritisch. Zuerst geht es zum höchstgelegenen Leuchtturm Portugals, auf 312 Metern. Wir blicken Richtung Azoren und Kanada und bestaunen das aufgewühlte Meer. Dann, ebenfalls ohne echten Plan, nur wegen des Schildes, zum Aussichtspunkt Garganta Funda - mit 140 Metern Höhe einer der höchstgelegenen Wasserfälle der Insel. Auf dem Weg dahin wird eine Kuh geknuddelt, wir bewundern die Aussicht - langsam wird das was.
Dann geht es zu einer einfachen Levadawanderung, die komplett übe 17 Kilometer lang wäre. Aber wir ziehen einfach mal los und drehen dann wieder um - was auch nicht so schmerzt, es ist einer der blasseren Wanderungen. Trotzdem faszinierend: Der Anfang führt durch ein ehemaliges Waldbrandgebiet und mutet dank Farn und Eukalyptusbäumen sehr australisch an. Dann geht es an einem der neueren Wasserkanäle entlang - vorbei an einem kläffenden Hund, der sich wie ein aggressives Stofftier in der Tür verbeißt. Über/Unter einen störrischen Baumstamm, unterhalb einer sehr gruseligen Leine, an der Stofftiere baumeln. Der Wind ist langsam doch etwas lästig, aber wir wollen nicht klagen. Nach knapp eineinhalb Stunden drehen wir wieder um.
Zum Abendessen fahren wir dann durch nach Calheta, endlich ist die Küstenstraße nicht mehr gesperrt! Im Sonnenuntergang beobachten wir Schwimmer, Angler, Jogger und haben schließlich die Qual der Wahl zwischen den vielen Restaurants an der Uferpromenade. Wir landen in einem Italiener, der schließlich die bestbesuchte Einkehr im Ort ist. Immerhin 15.000 Schritte, da ist die Pizza verdient.
7. Januar 2026
Der erste komplett nieselfreie Tag seit 30. Dezember! Zwar ist es bei uns auf der Höhe in Prazeres ja immer ein, zwei Grad kühler als am Meer, aber - der Pool hat 26 Grad und wir genießen Wasser und Sonne. Zum ersten Mal können wir auf der Terrasse essen! Abgesehen davon gibt es genau einen Programmpunkt, der als Weihnachtsgeschenk unterm Christbaum lag: ein Obsttasting.
Dazu müssen wir wieder 30 Minuten an der Küste entlang Richtung Funchal fahren. Dann gibt es eine kleine, sehr steile Seilbahn an der Küste, die zu Faja dos Padros führt. Aber die Reiseleitung führt erstmal ein ausführliches Gespräch - natürlich wurde das alles am Vormittag digital gebucht, aber die Mailbestätigung kam irgendwie nicht. Wie gut, dass Nicole sich angewöhnt hat, sich selbst stets einen Screenshot zu schicken. Die Fachfrau ist erstaunt, dass wir etwas gebucht haben, schließlich ist sie ja für die Führungen zuständig. Aber irgendwo findet sich dann die Buchung und wir bekommen sogar eine exklusive Führung nur für uns vier. Allerdings dauert die Vorbereitung noch ein paar Minuten, da sie noch ein paar Früchte sammeln muss.
Gegen 14 Uhr fahren wir also mit der steilen Seilbahn nach unten. Sie ersetzt seit zehn Jahren einen Aufzug an der steilen Klippe, der jetzt nur noch für Angestellte zugänglich ist. Unten landen wir in einem kleinen Paradies, das sich auch wegen des besonderen Mikroklimas so anfühlt: Es ist wunderbar warm, in der Luft liegt ein würziger Duft.
Die landwirtschaftlichen Flächen werden wohl seit 600 Jahren bewirtschaftet. Zwischendurch von den Jesuiten - daher der Name "Padros" - , bis diese vom König aus dem Land geworfen wurden. Seit 1921 gehört das Gelände einer Familie, der aktuelle Besitzer ist zwar Elektroingenieur, wurde aber auf einem Weingut groß. Daher fiel ihm irgendwann auch auf, dass wohl eine Rebe die Reblaus überlebt hat. Diese Rebe wurde analysiert und als richtig alt und wichtig für die Weinkultur befunden, die sogenannten Malvasia-Rebe. Sie wird jetzt, gepropft, wieder angebaut und der Wein für sehr teuer Geld verkauft.
Nun gibt es eine Biolandwirtschaft, ein paar Ferienhäuschen (teuer) und ein Restaurant (leider nur bis 15 Uhr warme Küche). Viele Badegäste zahlen auch gerne die 12 Euro pro Person für die Seilbahn, um dort am Strand zu liegen. Selbst heute. Wir bekommen zunächst eine Führung über das Gelände - es gibt zahlreiche unterschiedliche Sorten Mango und Avocado, natürlich Papaya, Bananen über Bananen, die Pitanga-Frucht (auch: Surinam Kirsche), Guaven, etc etc.
Da das Meer oft zu stürmisch ist, kletterten die Arbeiter früher den steilen Hang herunter, was nicht immer gut ausging. Ein Teil ist gerade auch gesperrt - Steinschlaggefahr. Bei einem kleinen Werbeblock bekommen wir auch eine Tour durch eine der kleinen, wirklich wunderschön gelegenen Ferienwohnungen. Allerdings recherchieren wir danach, dass eine Nacht für uns satte 400 Euro kosten würde (immerhin inklusive Frühstück) und finden das für ein kleines, schlichtes Steinhäuschen doch etwas viel.
Beim Tasting selbst gibt es dann Pitangas in unterschiedlichen Reifegraden, die sehr faszinierend, lecker und tatsächlich auch unterschiedlich schmecken. Papaya, eine Avocado, die ganz anders ist, als die deutsche Supermarktware (natürlich besser), und Guaven. Und mangels reifer Mangos und Maracujas - gerade keine Saison - bekommen wir Avocado/Bananen/Pitanga und Guaven-Eis. Sehr fein.
Pitangas
Papaya
Guave
Nach der Führung sitzen wir noch eine Weile am Meer, trinken Kaffee, essen Bananenbrot und noch mehr Eis. Auf dem Wasser ist das Piratenschiff unterwegs, das wir schon in Funchal gesichtet hatten. Dann geht es mit dem Aufzug wieder nach oben. Ein kleiner Einkauf im Supermarkt und wir essen Zuhause. Heute muss nichteinmal mehr die Klimaanlage zum Heizen laufen ...
Papaya
8. Januar 2026
... Kerzen hatten wir zwar dabei, aber irgendwie kein Feuerzeug. Doch es ist ja der Gedanke, der zählt: Kilian feiert seinen 18. Geburtstag und empfindet den schulfreien Tag als besonderes Geschenk. Und der junge Mann hat einen Wunsch: Er will den Pico Ruivo erklimmen.
Der mit 1861 Metern höchste Berg der Insel befindet sich eineinhalb Stunden Fahrt entfernt. Aber die Wetterapp verspricht gute Sicht und so wagen wir es. Erst sieht es so aus, als wären kaum Wandererautos unterwegs. Doch dann kommen wir gar nicht bis zum Parkplatz Achado do Teixeira - die Fahrzeuge stehen schon am Straßenrand. Wir reihen uns ein und laufen schonmal ein Stück den Berg hoch. Beim Einstieg in den Weg stehen schon die Mitarbeiter der Behörde bereit, um geduldig bei der Registrierung in der neuen App, beim Buchen des Weges und der Bezahlung zu helfen. Geht dann doch recht zügig, kostet für uns vier 18 Euro (viermal 4,5 Euro) und los geht's.
Der Weg ist nur 2,8 Kilometer lang, allerdings sind 400 Höhenmeter zu überwinden. Es ist viel los: Ein - vor allem deutsch-portugiesischer - Ameisentrail führt stetig bergan. Stellenweise künden eisige Stellen noch von einer kalten Bergnacht. Und nachdem auf der Fahrt nach oben noch dicke Wolken die Sicht verdeckten, reißt es jetzt auf: Wir sind über den Wolken, zeitweise gibt es sogar Sicht auf den Pico de Arieiro. Das Panorama ist sagenhaft und die Fotostopps eine gute Gelegenheit, zwischendurch mal tief Luft zu holen. A bisserl anstrengend ist der Aufstieg ja schon.
Um 13.30 Uhr sind wir auf dem Gipfel, die Sonne strahlt, der Geburtstagssohn auch. Wir bewundern ausgiebig die Aussicht, füttern die kleinen Vögel, lassen uns fotografieren und fotografieren andere Wanderer. Danach geht es wieder nach unten. Bis wir an Parkplatz und Einkehr sind, sind dort viele Autos schon weg. Es gibt spätes Mittagessen, mit Burgern und Quiche in der Sonne.
Danach geht es durch inzwischen dicke Wolken nach Santana, noch ein bisschen Kultur schnuppern. In der Kirche ist noch viel Weihnachten mit Krippe. Während in Lissabon der Zauber am 6. Januar vorbei war, ist hier kein Ende in Sicht. Wir tippen jetzt auf Mariä Lichtmess. Im Ort gibt es noch an die 100 historische Casas die Colmo mit Strohdach, in vielen davon wird jetzt Nippes verkauft. Die Reiseleitung stolpert alleine in eines und bekommt direkt einen Likör in die Hand gedrückt: Ein älterer Herr zeigt das Haus seiner Großeltern, das Bett, in dem er geboren wurde, die weiteren Räume - durchaus spannend.
Doch vor uns liegt noch über eine Stunde Rückfahrt und wir sind ziemlich müde. Also noch ein Blick auf einen Leuchtturm und einen Aussichtspunkt, dann übernimmt Nicole das Steuer bis Calheta. Wir bewundern den Sonnenuntergang und gehen an der Promenade wieder in der Pizzeria essen. Voller Mitleid für das benachbarte Restaurant, an dem irgendwie niemand an einem Tisch sitzt. Gegen 21 Uhr sind wir zurück in der Vila, müde und glücklich.
Freitag, 9. Januar 2026
Ein kühler, ruhiger Vormittag. Großes Frühstück mit Kühlschrankresten, denn irgendwie hatten wir noch viele Eier. Mathelernen, erstes Aufräumen. Kurz nach 12 Uhr sind wir unterwegs. Erstmal in die Kirche in Prazeres, bei der man in die Empore kommt und damit den Deckenmalereien ganz nahe. Nebenan pflegt die Kirchengemeinden einen großen Garten, es gäbe auch ein Team House, aber es sind alle sehr mit Aufräumarbeiten beschäftigt, da wollen wir nicht näher stören. Die öffentliche Toilette ist übrigens, wie immer, sagenhaft. Im kleinen Supermarkt nehmen wir noch ein paar Teilchen für unterwegs mit.
Danach steuern wir den sogenannten Nebelwald an. Diese Wanderwege gibt es schon lange, aber instagram hat für eine gewissen Popularität gesorgt. Auf der Hochebene wachsen Stinklorbeerbäume, die im meist vorhandenen Nebel für eine mystische Atmosphäre sorgen. Bei der 40 Minuten dauernden Fahrt gibt es vor allem viel Wolke. Und dann taucht ein vollgeparkter großer Parkplatz auf - das muss der Einstieg zu einer der beliebtesten Wanderungen der Insel sein, zu den 25 Quellen. Aber wir zuckeln im Nebel weiter, vorbei am offiziellen Einstieg in die Länge Wanderung - viele Autos - bis zum Start in die kleine Runde am Forsthaus. Auch hier viele Autos und der Nebel ist wirklich dicht.
Am Anfang sind noch heitere Grüppchen unterwegs, immer wieder rutschen Wanderer im tiefen Matsch aus und landen im Schlamm. Wir schaffen es irgendwie, das zu vermeiden, auch wenn die Hosenbeine von Louisa und Nicole danach auch Spuren des Weges tragen. Aber dann wird es ruhiger, der Nebel bleibt dicht. Aber die Atmosphäre ist großartig und wir fotografieren sehr viele alte, knorrzige Bäume im Dunst. Wunderschöne Flechten hängen an den Ästen, Farne haben sich angesiedelt. Das gefällt uns sehr gut und hier gehört das Wetter ja ausnahmsweise auch mal hin. Gezahlt haben wir übrigens nix, gab ja keine Tafel mit QR-Code ... Aber alle Wege drumrum kosten natürlich.
Nach eineinhalb Stunden sind wir etwas durchgeweicht und zurück am Auto. Wir steuern zwar einen Aussichtspunkt an, aber da gibt es nur noch mehr Wolke. Eine Straße führt von der Hochebene hoch zu den Windrädern. Doch leider ist der Weg zu einem weiteren Aussichtspunkt gesperrt. Und die sehr gut ausgebaute Straße Richtung Gebirge ist erst sehr ungepflegt, dann ebenfalls gesperrt - und wir amüsieren uns sehr über das verblichene Schild, das auf die EU-Millionen verweist, die wohl in den Straßenbau geflossen sind.
Zurück im Haus: Kaffeetrinken, weiter Reste essen. Kilian und Nicole toben ausgelassen sehr lange im Pool. Gegen 19 Uhr fahren wir nach Calheta, diesmal gehen wir ins Golden Calheta zum Tapas-Essen. Bis auf das eine bemitleidenswerte Restaurant neben der Pizzeria sind wieder alle ganz gut besucht. Danach noch kurz shoppen und hoch zur Vila. Schließlich gehen alle vier nochmal in den Pool - ein schöner Abschluss.
Samstag, 10. Januar 2026
Um 8 Uhr geht der Wecker. Und am Abreisetag strahlt die Sonne, es ist schon morgens warm und die Vögel zwitschern. Frechheit! Um 9.30 Uhr sind wir beim kleinen lokalen Supermarkt und stehen in der Bäckereischlange - Frühstück zwischen vielen Portugiesen, mit einem kleinen Kaffee und einem süßen Teilchen. Danach geht es noch einmal durch die vielen Tunnels zur Mietwagenverleihung. Der VW wird schnell abgegeben und schon bringt uns der Shuttle zum Flughafen. Dort werden wir aber von einer ziemlich langen Warteschlange bei der Gepäckaufgabe ausgebremst - und warum sind eigentlich zwei Schalter für Business geöffnet und nur einer für Economy? Die kleine faltbare Tasche aus Lissabon leistet wieder gute Dienste als zusätzliches Gepäckstück für die schmutzige Wäsche. Allerdings wird sie als zu klein und leicht befunden (!) und muss deshalb beim Sondergepäck abgegeben werden.
Wir kehren noch einmal bei Burger King ein, weil es dort eine Soße gibt, die unbedingt noch einmal verzehrt werden muss. Dann schauen wir von der Zuschauertribüne aufs Rollfeld. Alles sehr klein und übersichtlich hier. Um 13.30 Uhr soll unser Flug gehen, um 13.15 Uhr bekommen wir das Gate mitgeteilt - erste Indizien dafür, dass wir wohl nicht pünktlich starten. Tatsächlich liegt es diesmal nicht am Wind auf Madeira, sondern am Schnee in Frankfurt, wie der Pilot später erklärt, Nachdem wir zu unserer Maschine gelaufen sind. Am Frankfurter Flughafen komme man nicht so gut mit Winterwetter zurecht, deshalb werden wir statt um 18.30 Uhr wohl erst nach 19 Uhr landen.
Der Flug ist meistens ruhig, die Vorabbestellung des Essens hat sich wieder gelohnt. Nicole kommt mit der dritten Urlauberin in der Reihe ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass die Zahntechnikerin aus der Gegend bei Gießen zum ersten Mal alleine Urlaub gemacht hat, in einem recht luxuriösen Resort. Tatsächlich hatte sie auch am 8. Januar Geburtstag und gratuliert direkt Kilian. Sie selbst war auf der Flucht, sagt sie später: Denn ihr verstorbener Sohn hatte auch am 8. Januar Geburtstag und auch ihr Mann sei inzwischen nicht mehr am Leben. Drei von vier behaupten später, Nicole und die Frau hätten quasi durchgequatscht, aber das ist natürlich maßlos übertrieben.
Gegen 19.10 Uhr parkt die Maschine ein, aber es gibt noch etwas Huddel, weil die Gates vertauscht wurden. Am Gepäckband wird schon darauf hingewiesen, dass es wegen des Winterwetters zu Verzögerungen kommt. Aber kurz vor 20.30 Uhr rollen dann unsere Koffer vom Band, auch das kleine leichte Wäschetäschlein. Mit dem Bus geht es durch die Kälte zum Parkhaus, auf dem Heimweg kehren wir noch bei McDonalds nahe Brühl ein, bei dem wir schon 2025 nach Lissabon waren - super sauber, sehr gepflegt. Kurz nach 23 Uhr sind wir in Speyer und juhu, das Haus ist geheizt.
Fazit: Madeira ist eine wunderschöne Insel, das Portugiesische gefällt uns sehr gut, die Menschen sind superfreundlich. Mit dem Wetter hatten wir schlicht etwas Pech. Wir haben ja das Beste daraus gemacht und hatten trotzdem einen schönen, wenn auch nicht immer erholsamen Urlaub (fröstel). Aber: Manchmal fühlt sich die Insel aufgrund der Deutschendichte an wie Mallorca. Das Bezahlsystem für die Wanderwege nervt, weil es Spontaneität klaut. Doch andererseits zeigen die Parkplätze jetzt in der Nebensaison schon, dass Madeira wohl schlicht überrannt wird. Und macht es wirklich Spaß, im Gänsemarsch an einer Levada zu wandern?