4go2Madeira - Madeira - 2025/26

vom 29.12.2025 bis 10.1.2026
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Von der kalten Sonne in den warmen Regen

Montag, 29. Dezember 2025

Zwei von vier sind nach ihrer Influenza noch nicht wirklich wieder fit, aber: Wir haben da so einen Flug gebucht. Dieser geht komfortabel erst um 13.10 Uhr, so dass wir erst schlafen und dann bei eisigem Sonnenschein zum gebuchten Parkplatz fahren können. Das Terminal 3 hat sich in den vergangenen zwölf Monaten schon verändert, aber dass es wirklich im April 2026 eröffnen soll ... Wir haben da begründete Zweifel.

Um 10.30 Uhr sitzen wir schon im Shuttle. Gepäck auf die Reise schicken, zwei Heißgetränke, O-Saft und zwei Gebäckteile kaufen, durch den Sicherheitscheck. Und da wir wieder in Europa bleiben ist der Wartebereich samt Läden übersichtlich. Am Gate entnervt uns ein hoher Pfeifton, den sogar die Eltern noch hören können. Danach fährt uns ein Shuttle über das Flughafenareal, bis wir in unsere kleine, gestreifte Maschine einsteigen, die von den Abmessungen eher einem großen Bus ähnelt. Wie gut, dass zwei von vier sowieso den Großteil des Fluges verschlafen, wenn sie sich nicht gerade die Ohren halten.

Das vorbestellte Essen (gegen Bares), namentlich Currywurst, Schnitzel, Croissant und Laugengebäck, überzeugt auf jeden Fall mehr, als das übliche Lufthansafutter, auch wenn es beim Schnitzel Abzüge bei der Kross-Note gibt. Allerdings ist es schräg, dass man bei einem viereinhalb Stunden dauernden Flug nicht einmal Wasser oder Kaffee umsonst gereicht bekommt. Dafür begeistert uns Pilotin Kaminski, die fröhlich mal auf den Eiffelturm hinweist oder die weitere Flugroute angekündigt. Dann: "Wer schon öfter nach Madeira geflogen ist, kennt das ja ... Gerade sah es noch so aus, als ob wir nicht landen könnten. Aber jetzt ist es wieder besser. Falls wir die Landung abbrechen müssten ... Wir haben vorher noch genug getankt und könnten auch ein paar Extrarunden drehen." Klappt dann doch auf Anhieb und irgendwie hört sich der donnernde Applaus überhaupt nicht peinlich an.

Gegen 17 Uhr haben wir unsere Koffer und legen vorsichtshalber noch einen kleinen Stopp bei Burger King ein. Dann geht es nach draußen, in den lauwarmen Niesel. Schnell ist klar, dass die lokalen Taxifahrer den lokalen Uber-Fahrern in herzlicher Feindschaft verbunden sind. Unser Fahrer ist ein extrem schweigsamer junger Mann, der erst Kinderbueno-Riegel verputzt und danach sehr damit beschäftigt ist, sein Oberteil von Schokostückchen zu reinigen. Die Straßen sind unglaublich steil und unsere Gasse sogar so schmal, dass wir dann unsere Koffer noch ein Stück selbst bergauf rollen dürfen.

Kleine Pause in der großen Ferienwohnung, in der uns auch ein Willkommenskorb mit Sekt, Tee und Kuchen erwartet. Dann machen wir uns auf den ersten Weg nach Funchal, im Regen. Mal nieselt es, mal schüttet es, das Kopfsteinpflaster ist ziemlich rutschig. Dennoch ist schnell klar: Auch diese portugisische Stadt erobert unser Herz und es gibt noch sehr sehr viel Weihnachten. Nachdem irgendwann sogar die Regenjacken durchweichen und auch die Sängerin auf der Bühne mangels Publikum aufzugeben scheint, wollen wir nur noch im Trockenen essen. In einer Gasse stoßen wir auf das Mercearia dos Avos, einen italienischen Feinkostladen mit kleiner Nudelkarte. Wunderbar. Dreimal Nudeln, einmal Vorspeise, danach noch Espresso und Panna Cotta - und wir fallen müde ins Bett.

Plötzlich Frühling

Dienstag, 30. Dezember 2025

Als wir aufwachen strahlt die Sonne und es fühlt sich nach Frühling an. Bis wir die Aussicht bewundert und geduscht haben, wieder in die Innenstadt gelaufen sind .... Ist es gut 10.30 Uhr. Wir stellen fest: Viele Menschen. Also viel zu viele Menschen, die vermutlich größtenteils auf den Kreuzfahrtschiffen übernachtet haben und jetzt die Stadt fluten. Die Cafés sind knallvoll, aber wir finden schließlich im The Studio noch ein Plätzchen. Sogar eine Mini-Krippe gibt es. Zwar dauert es ein bisschen, bis wir unseren Kaffee und die belegten Kichererbsenmehlfladen bekommen, aber es gibt auch viel zu sehen. Sieht man uns genauso an, dass wir Deutsche sind, wie die US-Amerikaner ein Leuchtschild über den Kopf zu tragen scheinen...?

In der Kathedrale laufen gerade Dreharbeiten zu einem wohl besonderen Gottesdienst an, da entsprechend gewandete Herren in Kluft unterwegs sind. In den historischen Markthallen ist es etwas anstrengend, Früchte betrachten zu wollen, da man sofort angesprochen wird. Und als wir überlegen, mit der Seilbahn in den höhergelegenen Stadtteil Monte zu fahren, stellen wir fest: Keine Chance, da stehen schon wieder viel zu viele Menschen an ...

Die Sonne strahlt vom Himmel, wobei uns die Temperaturen von über 20 Grad etwas überfordern, ebenso wie die komplett überfüllten Gassen. Wir laufen am Meer entlang zum Forte de Sao Tiago, hier sonnen sich die Portugiesen auf den Steinen oder gehen direkt schwimmen. Zurück im Palmenschatten holen wir schnell Getränke aus einem kleinen Spar, neben uns spielen Senioren Karten. Am noch geschlossenen Jahrmarkt vorbei ab nach Hause - irgendwie steckt uns die Grippe doch noch in den Knochen.

Nach einer ausgedehnten Pause ziehen wir wieder los, erstmal in einen großen Supermarkt, Frühstück für die nächsten zwei Tage kaufen. Der Wetterbericht verspricht leider wieder warmen Regen und davon viel. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang und einer wunderschönen Abendstimmung sind wir bei den Kreuzfahrtschiffen, von denen zwei wieder ablegen. Danach suchen wir wieder nach einer kleinen Einkehr - und werden erneut fündig! Kilian findet eine Gasse mit mehreren kleinen Restaurants und Bars, im Regioes House, einer Wine Bar, gibt es nicht nur guten Wein, sondern auch feine Tapas, wenn auch eher auf der Fleisch-Käse-Seite (das werden zwei gemüsefreie Wochen, wie es scheint...). Und es gibt viel zu sehen, das offensichtlich ein Profifotograf die Chefin bei der Zubereitung der Speisen ablichtet und irgendwann sogar ihr Mann dazu kommt, um beim Spülen zu helfen.

Das war knapp

31. Dezember 2025

Am Morgen strahlt noch die Sonne. Wir frühstücken auf der Terrasse und laufen den Berg hinunter zum Aussichtspunkt. Dort sollte uns ein Uberfahrer eigentlich finden. Doch der Ausflug nach Monte samt tropischem Garten scheitert wieder - diesmal will einfach kein Fahrer die Anfrage annehmen. Das Kloster St. Clara hat auch geschlossen, weil: Silvester. Also ein Blick in eine Kirche, in den kleinen Weihnachtspark, wenn er mal nicht leuchtet, sondern faszinierende Pflanzen zu sehen sind. Auf ein Knoblauchbrot und ein Bierchen auf den Weihnachtsmarkt, zum Hafen und ... Der erste Nieselregen geht nieder. Monte wäre jetzt in dicke Regenwolken gehüllt, es ist also nicht so schlecht, dass wir nicht dort sind. Dafür bewundern wir an der Kaimauer die Bilder, die Schiffsreisende hinterlassen habe. Einige aus Brasilien oder Kanada sind dabei, viele aus Skandinavien.

Zurück auf den Weihnachtsmarkt: Dort gibt es einen "volkstümlichen" Bereich mit traditionellen Puppen, einer Landschaft, Handwerkskunst und dicken Suppentöpfen über einer Feuerstelle und einer Bäckerei für die Fladen, Bolo do caco, die aus Süßkartoffelmehl hergestellt und gerne mit viel Knoblauchbutter gereicht werden. Faszinierend: Der Andrang ist groß, jeder bekommt einen Zettel mit einer Nummer - und irgendwie sortiert sich das alles sehr unaufgeregt. Keine klare Warteschlange, wie es in England wäre, aber auch kein Gedrängel und Geschubse, wie vielleicht in Deutschland. Irgendwann ist man dran und danach schmeckt die Suppe/ der Eintopf sehr lecker. Manche Einheimische lassen sich das Ganze direkt in große Gebinde für daheim abfüllen.

Danach gibt es eine kleine Shoppingeinheit für Louisa (Kiko Milano und Ale Hop), einen Besuch im Supermarkt für Notfallverpflegung - der Wetterbericht wird düster. Die Regionale Zeitung verkündet: Feuerwerk wäre fast wegen Regen und Sturmwarnung abgesagt worden. Jetzt will man es mal versuchen, aber die Veranstaltungen nach Mitternacht wurden gestrichen, etc. Wir holen vorsichtshalber Nudeln und Soße, falls wir nicht aus dem Haus kommen. Aber noch hat es 23 feuchte Grad.

Noch ein Kaffee im eher alternativen Markt hinter dem großem Markt, mit Pastel de Nata. Dann machen wir uns wieder auf den Weg den Hügel hoch für eine ausgedehnten Nachmittagspause. Und hadern. Und hadern. Schauen einem amerikanischen Fernsehkoch beim Grillen zu (Dale Talde), sind aber nicht wirklich überzeugt. Gegen 20.30 Uhr ist es trocken und wir gehen in die Stadt.

Auf dem Jahrmarkt stehen erste Attraktionen wegen der Wetterprognose still, der Zirkus musste seine Vorstellungen nach 21 Uhr absagen. Die Restaurants sind knallvoll, die ersten sichern sich auf den Kaimauern schon Plätze für das Feuerwerk. Erstaunlich: die öffentliche Toiletten am Weihnachtsmarkt sind blitzblank. Sie werden von einer fröhlichst gelaunten älteren Dame gepflegt, die gerade von ihrem Mann ein Glas Sekt gebracht bekam und der Reiseleitung strahlend zuprostet. Wir holen uns Pommes, Knoblauchbrot, Pita, Limo und Bier an den Ständen und streifen etwas planlos durch die Gassen. Um 22 Uhr schließen die Bistros, aber bei leichtem Niesel noch zwei Stunden flanieren? Auch nicht. Um 22.45 Uhr sind wir wieder in der Ferienwohnung und treffen die beste Entscheidung: Wir beobachten das Feuerwerk von der Terrasse.

Tatsächlich haben wir einen sagenhaften Blick, viel besser, als es vom Hafen aus gewesen wäre. Schon ab 23.45 Uhr gibt es erste Feuerwerke, die Terrassen neben uns füllen sich. Es bleibt trocken! Und um Mitternacht legt die Insel los - acht Minuten Rund-um-Feuerwerk, ein unglaubliches Spektakel, das mit viel Jubel gefeiert wird. Gegen 1.30 Uhr fallen wir ins Bett - und in der Nacht stürmt und regnet es..

Happy New Year

Bis zum Lichtblick dauert es

Januar 2026

In der Nacht stürmt und schüttet es. Als wir morgens aus dem Fenster schauen, sehen wir, wie ein graues, schlecht gelauntes Meer gegen die Kaimauern schlägt. Brrr. Selbst unseren kleinen Mitbewohnern, den Miniameisen, ist es wohl zu klamm geworden und sie haben ihre Straßen durch das Wohnzimmer verlassen. Frühstück, Kaffeetrinken, Abhängen. Zwischendurch klingt es, als ob jemand bei offener Tür duscht - dann geht draußen wieder ein dicker Schauer nieder. Sagenhaft. Jetzt kommen Nudeln samt Tomatensoße zum Einsatz, um die Moral der Truppe hochzuhalten. Die Reiseleitung hat einen kleinen Influenza-Rückfall und legt sich nochmal hin.

Aber dann lässt der Regen nach und um 15.30 Uhr stehen wir tatsächlich trockenen Fußes an einem kleinen Weihnachtsmarkt, den wir noch gar nicht entdeckt hatten! Und finden einen Uber-Fahrer, der uns zum Jardim Tropcial Monte Palace fährt. Diesmal ein schweigsamer Spanier übrigens, der uns aber schmunzelnd auf die unglaublich steilen Straßen hinweist, über die er uns nach oben bringt. Kurz nach 16 Uhr stehen wir also endlich an einer der Hauptsehenswürdigkeiten der Insel - und es gibt wieder Nieselepisoden, Früher war der Park ein Hotelgelände, in den 1980er hat Joe Berard mit Geld aus dem Goldschürfen in Südafrika erstanden und in ein Kleinord verwandelt. Kacheln aus Haushaltsauflösungen, asiatische Brücken, eine Nachbildung einer ägyptischen Vase, dazu Mineralien und vor allem ganz viel Grün. Und dem stehen die Regentropfen eigentlich ganz gut. Flamingos stehen fotogen im Gegenlicht und überhaupt, man könnte länger bleiben.

Die Zeit vergeht im Flug und wir verpassen leider die letzte Seilbahn nach unten - weil wir nicht auf unseren Sohn gehört hatten, der nun erst einmal angemessen schmollt. Zum Glück findet sich dann wieder ein Fahrer, der uns nach unten bringt. Spontan entscheiden wir, in der Stadt nach einer Einkehr zu suchen, was am 1. Januar gar nicht so leicht ist. Also, wenn man wieder das Individuelle sucht und nicht bei einem der Touriläden landen will. Nach längerer Suche und vielen geschlossenen Türen gibt es bei Spice Curry thailändisch-nepalesische Küche, nur eine kleine Karte, aber alle glücklich. Mit drei dicken Eis geht es dann durch die wunderschönen, kitschigen Weihnachtsstraßen wieder zu uns. Und so ohne Kreuzfahrtschiffen ist die Stadt ziemlich ruhig.

Auf der sonnigen Seite der Insel

2. Januar 2026

Langsam lässt sich dieses Wetter nicht mehr schönreden. Es nieselt, es prasselt, es plätschert, es nervt. Außerdem wird es in der Ferienwohnung mangels Heizung inzwischen etwas frisch. Gut also, dass wir heute unseren Mietwagen holen können. Diesen haben wir über unsere auf den vergangenen Flügen gesammelten "Meilen" gebucht - diese Meilen verfallen irgendwann und auf der Website konnte man mit eben diesen Punkten einen Mietwagen reservieren.

Natürlich dauert es eine Weile, bis wir aus dem Haus kommen. Aber immerhin finden wir - inzwischen schon etwas weiter unten in der Stadt positioniert - einen Uber-Fahrer, der uns zur Mietwagenfirma Richtung Flughafen bringt. Und dabei witzigerweise direkt an dem Mirador vorbeifährt, an dem uns in den vergangenen Tagen niemand aufgabeln wollte. Wir stehen selbstverständlich erst bei einem, ahem, Mitbewerber in der Tür und werden dann, leicht pikiert, zum benachbarten Verleih geschickt. Ups.

Klass Wagen ist zumindest heute fest in Frauenhand. Tatsächlich haben wir dank der Meilen-Buchung nur eine laue Mail - also keine Voucher, keine Versicherung, keinen zweiten Fahrer, nichts. Nachdem wir das alles dazugebucht haben, bleibt die Frage, ob der Weg über die Meilen wirklich ein Schnäppchen war. Aber egal, nun sind wir hier und steigen in unseren VW T-Cross, Automatik, und fahren mit einem Blick auf die Madeira-Wetter-App der Sonne entgegen. Zuvor hatte uns die Mietwagenfachfrau noch entschuldigend erklärt, dass dies wirklich ein außergewöhnliches Jahr sei - normalerweise sei es um den Jahreswechsel herum immer warm und trocken. "Aber zumindest beim Feuerwerk hat es nicht geregnet", merkt sie lächelnd an und schaut zusammen mit der Reiseleitung nochmal auf diverse Webcams, um regenfreie Zonen zu finden.

Erster Stopp ist Canico, tief im Osten, mit Walfangmuseum und großem Frachthafen. Aber: Es strahlt die Sonne! Da viele Bars knallvoll sind, landen wir in einem ganz kleinen Laden namens Tasco do Samao, zahlen für unsere - zugegebenermaßen: trockenen - Sandwiches plus Getränken nicht einmal 20 Euro. Direkt hinter uns spielen reife Einheimische lautstark an einem Tisch ein Spiel, das Café ist wohl ein Treffpunkt im Ort.

Nächster Stopp: Der Zugang zur Halbinsel Ponta do Sao Lourenco, eine vierstündige Wanderung würde zur östlichen Halbinsel führen. Diese Wanderung war eine der ersten auf der Insel, für die man zahlen musste. Seit 1.1.2026 gilt das ja für fast alle, digital Zeitfenster buchen und bezahlen. Aber heute ist der Weg, vermutlich wegen der noch geltenden Windwarnung, mit Flatterband abgesperrt. Sogar mit einer Strafe von 2500 Euro bei Missachtung wird auf einem Schild gedroht. Was aber mehrere hunderte Wanderer, die wir aus der Ferne sehen, wohl nicht abgehalten hat. Als wir dort sind, positionieren sich gerade zwei Parkwächter in Shorts und Leibchen und halten die jetzt eintreffenden Wanderer vom Weg ab. Wie lange das noch dauert und warum eigentlich wissen sie jetzt auch nicht so genau, aber ...

Wir genießen die Sicht und den milden Wind, dann ziehen wir weiter zum nächsten Aussichtspunkt. Sagenhafter sonniger Blick auf die andere Seite der Steilküsten, Popcornkino beim Betrachten der Fahrkünste einiger Einparkender. Es ist ziemlich was los, aber vermutlich noch lange nicht so viel, wie wirklich los sein kann.

Nächster Blick auf die App, weiter geht es in den - sonst oft regnerischen - Norden, nach Porto da Cruz. Das Wetter hält! Gerald findet einen Parkplatz, wir gehen einen kleinen Rundweg um einen Felsen, bewundern Gesteinsformationen, ein Blowhole, durch das Wasser schießt, und den vierten Regenbogen des Tages. Als wir im Praca Velha für ein paar kleine Speisen einkehren, prasselt kurz der Regen, hört aber schnell wieder auf.

Gegen 18.30 Uhr sind wir in der Ferienwohnung, unser Auto ist ... Einigermaßen legal eine Straße weiter geparkt. Und es als wir nach Funchal gekommen sind, hat es natürlich geregnet.

Da es unser letzter Abend in der Stadt ist, ziehen wir vor allem auf Wunsch von Kilian nochmal los. Auf dem steilen Weg bergab bekommen Louisa und Nicole auf einmal Licht aus dem Handy einer jungen Portugiesin - sie sollen doch bitte gut aufpassen, es ist rutschig. Als man ihr den Weg frei machen will, lacht sie nur - sie sei das doch gewohnt! Und ist schnell in der Dunkelheit verschwunden. Wir schlendern durch den Weihnachtsmarkt, nochmal zum großen blinkenden Christbaum am Kai. Dort ist inzwischen die Bühne abgebaut, auch die Maroniverkäufer fehlen. Die Jungs entscheiden, dass wir Richtung Hotelzone laufen, dort waren wir noch nicht. Also ein paar Kilometer am Meer entlang, Fotostopp beim Inselheiligen Cristiano Ronaldo. Dann einen steilen Berg hoch an teuren Hotels vorbei, doch nicht in eines der Restaurants direkt vor Ort, aber in einen kleinen Italiener. Unverwüstlicher Italopop dröhnt aus den Lautsprechern und es gibt Salat!!!! Grünzeug! Plus Pizza und Nudeln und Tiramisu. Ein schöner Abschluss. Als wir den Berg zu uns hochlaufen fängt es wieder an zu tröpfeln. Immerhin 16.000 Schritte, gut 13 Kilometer.

Umzugstag

3. Januar 2026

Der Wecker klingelt um 8.30 Uhr und es strahlt tatsächlich die Sonne über Funchal. Zumindest eine Weile. Wir sind derweil mit Aufräumen und Packen beschäftigt, da wir heute Quartier wechseln. Und stellen wieder einmal fest, wie schade es ist, dass wir die Terrasse kaum nutzen konnten. Heute können wir immerhin noch beobachten, wie ein Schiff der Gesellschaft MSC in den Hafen gelotst wird und wie es in einem anderen Stadtteil brennt. Um 10.45 Uhr sind wir aus dem Haus und mit vollgepacktem Auto unterwegs. Ein Trolley muss auf der Rückbank festgeschnallt werden, da er nicht mehr in den Kofferraum passt.

Da die Sonne weiter strahlt versuchen wir unser Glück direkt bei der Aussichtsplattform Cabo Girao. Vermutlich in den vergangenen Tagen wegen Sturms gesperrt und eigentlich inzwischen auch vorab buchbar. Ein wunderbarer Eukylaptusduft liegt in der Luft, wir finden schnell einen Parkplatz und für 5 Euro pro Person, am Automaten zu zahlen, sind wir auch schon auf dem Skywalk. Es geht steile 580 Meter nach unten, stellenweise ist der Boden aus dickem Glas. Durchaus spektakulär, umso mehr, da es endlich mal nicht nieselt/regnet. Und dann bekommen wir auch noch einen Platz im Café mit Blick und es schmeckt auch noch!

Bleiben aber noch drei Stunden, bis wir in die nächste Unterkunft können. Die Reiseleitung entscheidet nach einem Blick auf die Wetter-App: Der Sonne entgegen! Während es an der Südküste bald dicke regnet, soll an der Nordküste in Sao Vicente das Wetter gut sein. Nun. Wir fahren durch hohe Berge und sehr dicke Wolken hin, an den Seiten Wasserfälle, die sicher nicht an Wassermangel leiden. Der Ort ist ein verschlafenes Nest und die Vulkanhöhlen sind seit geraumer Zeit und noch eine Weile geschlossen. Aber wir peilen kurz den Surfstrand an - und zumindest die Eltern fühlen sich an Neuseeland, Südinsel, Nordküste erinnert. Denn ganz genau so wars. Der Niesel, die laue Luft, die wilden Wellen ...

Danach umrunden wir den Nordwesten der Insel. Stopp beim Strand von Seixal, den die Tochter aus den sozialen Medien kennt. Erstaunlicherweise sind nicht nur Menschen am Strand, sogar zwei im Wasser. Weiter geht es, stets mit Warnhinweisen vor Steinschlag und durch lange Tunnel. Oberhalb des Ufers kann man noch die alte Straße sehen, die sich dort waghalsig entlanggeschlängelt hatte. An einem Aussichtspunkt blicken wir hinunter auf Porto Moniz, der Wind pfeift schon gewaltig.

Als wir dann Richtung Südküste etwas im Hinterland fahren - dicker Nebel, prasselnder Regen. Geröll und Pflanzen auf den Straßen. Die Bäume tragen dichtes Flechtwerk, hier ist es also öfter mal feucht. Aber heute macht es wieder richtig runter.

Kurz vor 15 Uhr sind wir kurz vor unserer Unterkunft in Prazeres. Im Dunst sehen wir, dass an jeder Ecke liebevoll dekorierte Krippen stehen, Katzen schleichen umher, das Wasser schießt an den Straßen entlang. Dann: die Vila Clementina! Geräumig, warm, geheizter Pool. Einziger klitzekleiner Nachteil: Die Schlafräume sind im Obergeschoss und nur über eine Außentreppe erreichbar. Das wussten wir vorher, hatten aber nicht mit dem kältesten und feuchtesten Winter der Insel gerechnet ...

Nach einem Päuschen stürmen wir den Supermarkt von Calheta. Dort ist ein Teil der Straße abgesperrt, vermutlich, weil man mit Steinschlag rechnet. Aber das interessiert irgendwie niemanden. Auch der Strand ist gesperrt, wohl wegen der hohen Wellen. Aber als wir nach einer Stunde Powershoppen den Kofferraum beladen, strahlt kurz die Sonne und tut so, als wäre sie nie weg gewesen.

Wir kochen Abendessen und gewöhnen uns an die neue Bleibe. Hier kann man es immerhin auch bei schlechtem Wetter aushalten.

Ein Tag voller Regenbogen

4. Januar 2026

Sonnenschein und Niesel wechseln sich ab, aber das stört uns nicht: die neue Unterkunft ist grandios. Direkt hinter dem Haus haben wir sogar unseren eigenen Regenbogen - was gemessen an den Regenmengen nur fair ist. Und in einem sonnigen Moment probieren wir auch den Pool aus - das 26 Grad warme Wasser ist ein echter Gewinn. Ansonsten ein sehr entspannter Sonntag, Louisa und Nicole schmökern sich fest, Gerald und Kilian hängen auf dem Sofa ab, die Waschmaschine läuft. Zwischendurch klingelt es, die Vermieterfamilie steht vor der Tür. Aber die Waschmaschine muss entgegen der Meldungen der Vormieter gar nicht repariert werden. Also gibt es noch einen Wandertipp (Später zeigt sich: Strecke gerade leider gesperrt), der Senior wirft einen betrübten Blick gen Himmel, alle hoffen, dass das Wetter bald besser wird - und weg sind sie wieder.

Am Nachmittag treibt die Reiseleitung nach einem Blick auf die Wetterapp die Truppe Richtung Ribeira Brava, da scheint angeblich die Sonne. Die Küstenstraßen sind inzwischen, wohl wegen Steinschlaggefahr, gesperrt. Also geht es durch ziemlich viele Tunnel nach Ribeira. Kaum kommen wir an, künden dunkle Wolken schon von festhängendem Regen, der es aber nicht bis zum Meer schafft. Und es gibt weitere Regenbogen, immerhin das. Auf den ersten Blick schreckt das Örtchen ab, auf den zweiten ist es ganz reizend. Noch ein sehr sehr großer Weihnachtsmarkt, mit großer Krippe und sehr viel Weihnachtsdeko im Ort, gerade wird die Bühne für den abendlichen Auftritt gerichtet. Wir schlemmen uns einmal durch die Stände - Kilian hat seine Leidenschaft für Knoblauchbrot plus Chorizo entdeckt - und gehen an den Strand, bis die Sonne wieder hinter die Wolken huscht.

Und dann geht es wieder zurück in unser kuscheliges Häuschen. Den Sonnenuntergang sehen wir leider wieder nicht - es regnet.

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